Kommunalwahl 2020Unser Programm

Stadtentwicklung und Bodenpolitik

Da wohnen, wo man leben möchte

Flächenverbrauch reduzieren – freie Flächen besser nutzen

Was?
Wir GRÜNE wollen, dass in Rees möglichst keine weiteren Flächen versiegelt werden. Brach liegende Wohn- und Gewerbeflächen im Innenstadtbereich und in den Ortsteilzentren sollen besser genutzt werden um wertvolle Freiflächen in den Randgebieten zu erhalten.

Warum?
Flächen und Freiraum sind ein wertvolles und zugleich begrenztes Gut. Wir wollen die biologische Vielfalt unserer Landschaft und die hohe Lebensqualität bei uns am Niederrhein erhalten und Zersiedlung verhindern.

Wie?
Wir wollen in Rees vor der Neuausweisung von neuen Wohn- und Gewerbegebieten zuerst brachgefallene Gewerbeflächen oder Baulücken in den Orten für neue Projekte nutzen. Wir wollen ein Flächenmonitoring einführen, damit wir als Stadt einen Überblick über freiwerdende oder ungenutzte Flächen bekommen und diese vorrangig nutzen können. Wertvolle Freiräume wie z. B. die Lindenallee in Rees dürfen nicht neuen Luxus-Bauprojekten geopfert werden.

Kiesabbau stoppen – Landschaft erhalten, Grundwasser schützen

Was?
Die Belastungsgrenze beim Kiesabbau ist schon lange überschritten! Flächenfraß und Kiesausbeutung müssen ein Ende haben. Wir werden keinen neuen Abgrabungen auf Reeser Stadtgebiet zustimmen, um unsere niederrheinische Kulturlandschaft zu erhalten. Neue Auskiesungen wie „Reeser Welle“ und „Vahnum/Mehr“ müssen verhindert werden.

Warum?
Der Rohstoffabbau von Kies ist mit hohen Verlusten anderer Naturgüter verbunden. Die Speicher- und Filterfunktion für unser Grundwasser muss beim Kiesabbau höher gewichtet werden. Größere Wasseroberflächen lassen das Grundwasser schneller verdunsten, dessen Pegel in Rees ohnehin stetig sinkt. Auch der unwiederbringliche Verlust der Bodenfunktionen, zum Beispiel die dauerhafte Aufgabe von landwirtschaftlichen Anbauflächen, muss stärker begrenzt werden.

Wie?
Wir setzen uns aktiv gegen weitere Abgrabungsgenehmigungen ein. Ein einfaches „Nein“ zu weiteren Auskiesungen reicht uns nicht. Wir wollen durch ein „begründetes Nein“ die Bedeutung der durch Abgrabung bedrohten Flächen hervorheben, um den immer wieder gestellten Anträgen der Kiesunternehmen mit Fakten und Argumenten begegnen zu können. In Absprache mit den Naturschutzverbänden, dem Verein EDEN und der Bürgerinitiative „Zukunft Esserden“ setzten wir uns für ein breites Bündnis gegen den weiteren Kiesabbau ein. Diese Strategie war schon bei der geplanten Auskiesung „Reeser Welle“ erfolgreich, bei der der Abgrabungsantrag (vorerst) durch den Kreis Kleve abgelehnt wurde.

Leitungstrassen bündeln- Waldgebiete schützen

Was? 
Die GRÜNEN in Rees unterstützen die Energiewende auch bei uns vor Ort. Bei der Windenergie schöpft die Stadt ihr Potenzial durch zahlreiche Windräder NRW-weit schon am besten aus. Die jetzt geplante Route der Stromtrasse A-Nord, die Teile des Halderner Waldes zerstören würde, lehnen wir jedoch vehement ab. Wir setzen uns stattdessen für eine Bündelung der Leitungstrassen ein, um eine weiter Zerschneidungen des Waldes zu verhindern.

Warum?
Wälder sind starke Verbündete im Klimaschutz. Sie sind vielfältige Lebensräume und riesige Kohlenstoffspeicher, die geschützt werden müssen. Wälder haben große Bedeutung für Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume. Sie sind Orte für Erholung, Bildung und Naturerlebnis. Gleichzeitig müssen wir, damit die Energiewende gelingt, unser Stromsystem neu aufstellen und das Leitungsnetz weiter ausbauen. Wir GRÜNEN halten es jedoch für widersinnig, für ein selbst ernanntes Klimaschutzprojekt nochmal einen guten Teil des Halderner Waldes zu opfern.

Wie?
Wir wollen bei der Bundesnetzagentur mit einer Unterschriftensammlung deutlich machen, dass wir die derzeit geplante Trasse ablehnen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung werden wir unsere Einwendungen gegen das Vorhaben vorbringen. Wir fordern für die Stromtrasse A-Nord eine Trassenbündelung mit der im Bau befindlichen Gasfernleitung südlich von Wesel, die den Rhein zwischen Voerde und Rheinberg unterquert.