„Es reicht!“ Friederike Janitza zu Besuch in Rees

Am Sonntag besuchte Friederike Janitza, die Spitzenkandidatin der Kreis Klever Grünen zur Bundestagswahl, die Stadt Rees. Diesen Termin wollte die Juristin aus Rheurdt nutzen, um die Themen Kiesabbau und Hochwasserschutz am Niederrhein wieder stärker in den Fokus zu rücken. In Rees beschäftigt die Öffentlichkeit vor allem das Genehmigungsverfahren zur geplanten „Reeser Welle“, einer knapp 80 Hektar große Abgrabung vor den Toren des Ortsteils Esserden.

Dazu trafen sich rund 20 Interessierte mit ihren Fahrrädern am Reeser Stadtbad. Zusammen mit Vertretern der Bürgerinitiative „Zukunft Esserden“ und des Vereins „Eden Niederrhein“ unternahm man eine Radtour rund um die geplante Abgrabung. Von verschiedenen Aussichtspunkten auf dem Deich machten sich die Teilnehmenden einen Eindruck vom Gebiet der beantragten Auskiesung, die am Ende eine Größe von rund 100 Fußballfeldern umfassen soll. Dr. Leo Rehm von „Eden Niederrhein“ bezweifelte, ob man die schwierigen Grundwasserverhältnisse im Bereich Esserden durch den Einbau einer sogenannten Dichtschürze aus Lehm in den Griff bekommen könnte. Gerade bei starkem Rheinhochwasser könnten keine zuverlässigen hydrogeologischen Vorhersagen getroffen werden, wie sich die gut 30 m tiefe Abgrabung auf die Grundwasserströme auswirken werde. Diese Sicht teilten auch Mitglieder der Bürgerinitiative, die bei Rheinhochwasser ein starkes Ansteigen des Grundwasserspiegels in Esserden mit entsprechenden Folgen, wie überfluteten Kellern in den deichnahen Wohngebieten, befürchten. Volkhard Wille, Mitglied im Umweltausschuss des Kreises Kleve, machte deutlich, dass der Verbrauch von Kies und Sand durch besseres Recycling mineralischer Baustoffe reduziert werden müsse. Der verbleibende regionale Bedarf sollte durch kleinere, umweltverträgliche Abgrabungen vor Ort gedeckt werden. Den massenweisen Export von Kies und Sand, zum Beispiel in die benachbarten Niederlande, lehne man ab. Eine betroffene Anwohnerin machte deutlich, dass die Stadt Rees in den vergangenen Jahrzehnten schon mehr als genug für Kiesabgrabungen herhalten musste. „Es reicht!“, machte sie ihrem Unmut Luft.

Nach der Exkursion trafen sich die Teilnehmenden noch im Grünen Büro am Kirchplatz in Rees. Dort bestand Gelegenheit, die Kandidatin der Grünen näher kennen zu lernen und Fragen zu ihrer politischen Agenda zu stellen. Janitza betonte, dass man in Hinblick auf die jetzt schon spürbaren Folgen der Klimakrise nicht länger nur abwarten könne. „Wir müssen den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben und den CO2-Ausstoß verringern. Zudem brauchen wir gerade im ländlichen Raum endlich ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz und weitere kluge Mobilitätskonzepte, um eine echte Alternative zum Auto zu bieten.“ Die grüne Bundestagskandidatin möchte zudem den ansteigenden Flächenfraß und die Bodenversiegelung eindämmen und sich für mehr öffentlich Begrünung von Wegesrändern, Dächern und Fassaden einsetzten. Friederika Janitza bedankte sich abschließend für ihre Einladung nach Rees und die engagierten Gespräche und Diskussionen.

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