Baggerloch im Reckerfeld

Schon weit vor der Jahrtausendwende entschied sich der Reeser Stadtrat die Landschaft im äußersten Osten des Stadtgebietes zu schützen. Unterstützt von der Verwaltungsspitze wurde mit einstimmigem Beschluss hier „Fläche für die Landwirtschaft“ im verbindlichen Flächennutzungsplan eingetragen.

Es handelt sich um das Gebiet nahe der zwei großen Windräder zwischen dem Rhein und der Kreisstraße nach Bislich.

Ein Bündnis aus der Kiesfirma Hülskens und dem Deichverband meldete später dringende eigene Interessen an dem Land an. Einerseits wolle man einen Polder für den Hochwasserschutz schaffen und andererseits, natürlich, Kies und Sand ausbaggern.

Nach langwierigen Verhandlungen unter Mitwirkung der Düsseldorfer Landesregierung wurde ein Vertrag geschlossen. Dieser sieht zugunsten der Stadt Rees die Wiederverfüllung des Baggersees vor. Das sollte etwa mithilfe von unbelasteten Massen aus dem Bergbau geschehen.

Nach Ausbeutung des Bodens stellte man nach kurzer Phase fest, dass keine unbelasteten Stoffe mehr zur Wiederverfüllung vorhanden sind. Jahrelang blieb der Reckerfeld-See einfach so liegen. Die Industrieanlage am Rhein konnte natürlich auch stehen bleiben.

Im Jahr 2021 kommt der Unternehmer jetzt daher und möchte noch einmal 600.000 m³ weiter aus der Tiefe entnehmen.

Bürgermeister Gerwers entschied, im Alleingang ohne andere Beteiligte, zuzustimmen.

Wir hätten als Grüne Ratsfraktion gerne eine Reihe Fragen und womöglich auch Bedingungen dazu angebracht. So wäre etwa zu klären, wie denn jetzt gesichert die Verschüttung gemacht wird. Ist die Lieferung von Massen dazu gewährleistet und geschieht sie parallel zum wiedereröffneten Baggerbetrieb? Wann können endlich wieder Rinder oder Schafe hier grasen? Wann befreit man unsere eigentlich schöne Rhein-Landschaft von der grässlichen Beeinträchtigung durch industriellen Abbau und dem Schiffsverkehr im Binnenland? Welche Wirkung hat die Vertiefung im Erdreich auf den Wasserhaushalt der Umgebung?…etc.,etc.

Letztlich: Müssen Reeser eigentlich auf ewig mit der Belastung von Kies- und Sandbaggereien leben? Wie kann das alles sein, obwohl der Rat schon vor Jahren beschloss, keine einzige weitere Abgrabung zu genehmigen?

Die Grünen wollen in Zukunft alle Entscheidungen zu Abgrabungen nur mit dem Rat treffen.

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